1. Theoriethema

Die Rolle des Jakobsweges als Kommunikationsmedium und der Vergleich zu Netzwerken wie dem Internet.

Wir sind gerade Zeuge eines Wandels geworden, der die Zukunft unserer Gesellschaft nachhaltig beeinflussen wird. Eben noch steineklopfend im Paläolithikum, sitzen wir heute pixelschiebend im Informationszeitalter. Atome wandeln sich zu Bits (Nicholas Negroponte) und Einzelmedien, wie Text, Bild und Ton zu einem Gesamtbild von Informationen – nicht mehr gebunden an örtliche oder zeitliche Grenzen – dem Internet. Kein Teil der Gesellschaft, der sich der Digitalität entziehen kann, kein Teil der Wirtschaft, der ohne Kommunikationstechnik und Informationszugang auskommt. Das Internet fasst alle Medien zusammen und ist aus unserer Welt nicht mehr weg zu denken. Der gleichsame, ewig andauernde Informationszugang, führt zu totalem Zugang, im positiven, wie im negativen Sinne, eine ständige Erreichbarkeit in manchen Fällen zu einer Abkehr von Digitalität und der temporären Abschottung des ununterbrochen-Unterbrochen-seins.

In dieses zeitliche Phänomen fällt die Wiederentdeckung des mittelalterlichen Wegnetzes des Jakobsweges, dessen heutige Existenz als Metapher für Technikabkehr, innere Einkehr und absolute Ruhe steht. Ironischer Weise erfahren wir von dieser Form des Ausstiegs über eben das zu vergessene Medium.

Der erste Theorieteil des Diploms befasst sich mit dem Vergleich zwischen dem Informationsmedium Internet und dem des mittelalterlichen Weggeflächtes; eine Untersuchung, inwiefern man das Netzwerk des Jakobsweges als Kommunikationsmedium im Sinne der Medientheorie bezeichnen könnte.

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