Pilger/pilgern (Begriffserklärung & Wortherkunft)

Januar 24th, 2007 by Felix Hardmood Beck

Pil|ger (Pilgrim, von ital. pellegrino, lat. peregrinus = Fremder; pelegrinus, a, um = fremd, befremdlich), männliche, bzw. weibliche Person, die an einen Wallfahrtsort (religiösen Gedenkstätte) pilgert, aus einem religiösen Bedürfniss heraus eine Wallfahrt unternimmt. (sinnv. Wallfahrer, Wallfahrt). (Zusammenfassung aus: Brockhaus Enzyklopädie, Duden-Bedeutungs-Wörterbuch, Grosses Universal Lexikon) Wikipedia ergänzt dazu folgendes: Wortwörtlich ist der Pilger einer, der “per agrum”, also von “über Land”, von jenseits des “ager romanus” kommt, wobei mit ager nicht unser Acker, eben bebautes Feld gemeint ist, sondern das besessene, zur Civitas gehörige Land. Insofern ist Fremdling eine angemessene Übersetzung des Begriffes.

pil|gern a. eine Reise an eine besonders verehrte Stätte machen (sie pilgerten nach Rom; jedes Jahr pilgerte er nach Salzburg zu den Festspielen). (sinnv. wallfahren). b. (ugs.) sich gemächlich zu Fuß an einen bestimmten Ort begeben: bei größter Hitze pilgerten sie an den See im Gebirge. (sinnv. sich fortbewegen). (Duden-Bedeutungs-Wörterbuch) Laut www.archicompostela.org ist die Pilgerschaft ein religiöser Ritus ist, den die meisten Religionen, ungeachtet ihrer Auffassung Gottes, des Menschen und der Welt, gemeinsam haben.

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Spanien zur Zeit der Reconquista

Januar 23rd, 2007 by Felix Hardmood Beck

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Bild-Quelle: Wikipedia

Bis zum Jahr 711 besiedelten die Westgoten die iberische Halbinsel (Einwanderung aus Aquitanien) und wurden bei der Schlacht bei Guadalete von maurischen Kämpfern besiegt. Nachfolgende, ständige Bürgerkriege schwächten das Westgotenreich und innerhalb eines 8 jährigen Feldzuges geriet Spanien unter die Statthalterschaft des Kalifen von Damaskus. Die islamischen Kämpfer (Mauren = spanische Muslime) konnten in den folgenden Jahren die Iberische Halbinsel fast zur Gänze erobern und bis Südfrankreich vordringen (vgl: Wikipedia/islamische-Expansion).
Beim Versuch einer Pyrenäenüberquerung wurden sie in der Schlacht von Tours und Poitiers 732 zurückgeschlagen, konnten aber trotzdem noch bis ins 10. Jahrhundert in Südfrankreich operieren. Nur im äußersten Norden und an einigen christlichen Randgebieten des heutigen Spaniens hielten sich auch weiterhin gotische Truppen – dort blieben gotische Traditionen (Wikipedia Link: Gotische Religion) ähnlich dem Sufismus (islamische Mystik) im Islam dementsprechend noch länger bestehen und beeinflußten maßgeblich die dortige Kultur und vermischten sich im Laufe der Jahrhunderte mit denen der Christen. Eine kulturelle Identität und die traditionelle Stammesgesellschaft wurde bis ins Hochmittelalter von den Basken erhalten, wo sie nur unvollständig in eine Feudalstruktur überging. In der postfeudalen Übergangszeit festigten die Basken ihre mittelalterlichen Gewohnheitsrechte. Städte und Städtebrüderschaften waren nur dem König Untertan.

Die Periode der islamischen Eroberung ist zumindest am Anfang bekannt für gegenseitige Toleranz und Akzeptanz, die Christen, Juden und Muslime einander entgegenbrachten. In den von den Arabern besetzen Gebieten verhielten sich diese der Religion gegenüber wiefolgt: solange es nicht „Heiden“ betraf, konnten Anhänger der Buchreligionen – also insbesondere Christen, Juden und Zoroastrier ihren Glauben behalten, mussten aber eine spezielle Kopfsteuer (Jizya) entrichten. Die Religion durfte jedoch nicht in der Öffentlichkeit ausgeübt werden. Es durften keine Waffen getragen werden und wurde auch nicht zum Wehrdienst einberufen (Anmerkung: Was in den Bürgerkriegsjahren vielleicht auch nicht unbedingt von Nachteil sein mußte). Dieser Status wird als Dhimma bezeichnet. Erst später kam es zu größeren Ausschreitungen von Seiten der Moslems (Quelle: Wikipedia). Ob dies die Reaktionen auf die Kreuzzüge waren kann ich nicht beurteilen, legen es aber nahe (?).

Der Sieg Pelayos in der Schlacht von Covadonga über die Muslime 722 n. Chr. führte zur Begründung des Königreiches von Asturien, das unter Alfons III. (866-910) seine Grenzen erheblich erweitern kann ( Quelle: Paschke, Uwe K. (Herausg.), 30000 Jahre Weltgeschichte, Band 1, Baden-Baden/S.247 f. ). Ausgehend vom in der obigen Karte eingezeichneten Gebiet begann die Reconquista, die „Rückeroberung“. Eine (bisher kaum christliche) Wiedereroberung wird systematisch von den Königreichen Asturien-León, Navarra, Aragon, Katalonien und Kastilien vorangetrieben. Einen religiösen Hintergrund bekommt die Rückeroberung erst im 12.Jahrhundert durch die Kreuzzüge (vgl. Blogeintrag vom 15.01.07). Bis ins 12.Jahrhundert folgen erbitterte Kämpfe und Gebietsansprüche bei denen die Städte Toledo (1085-durch Alfons I (1072-1109)), Zaragoza (1118), Córdoba (1236), Murcia (1241-durch Jakob I, den Eroberer (1213-1276)), Sevilla (1248). Ein kleiner muslimischer Reststaat hält sich für weitere zwei Jahrhunderte in Granada. Erst 1492 mit der Kapitulation von Muhammad XII., dem Sultan von Granada, fand die Reconquista und das andalusische Kalifat ihr Ende und bedeutete aus heutiger Sicht eine gleichzeitige starke Schwächung der jüdischen und arabischen Minderheiten der Morriscos (=christlich gewordene Mauren) und der Mudejars (=Muslime unter christlicher Herrschaft).

Heute leben unter den 40 Millionen Einwohnern Spaniens gerade noch 120.000 Muslime (0,3 Prozent) -> vgl. Wikipedia: Spaniens Bevölkerung.

Quellenangaben:

  • Hierzenberger, Gottfried, Der Islam, Marix-Verlag, Wiesbaden, 2006
  • pantheon.org – Internet Enzyklopädie zur Mythologie, Folklore und Religion
  • Paschke, Uwe K. (Herausg.), 30000 Jahre Weltgeschichte, Band 1, Baden-Baden/S.247 f.
  • Wikipedia
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    Längen- und Breitengrade

    Januar 17th, 2007 by Felix Hardmood Beck

    Längen- und Breitengrade (Quelle: www.kowoma.de)

    Die Begriffe Längengrad und Breitengrad leiten sich von der Länge und Breite des Mittelmeers ab, in dem die moderne Seefahrt und damit auch die Navigation Ihren Ursprung hat. Sieht man sich das Mittelmeer auf dem Globus an, erkennt man, dass es so liegt, dass die Länge in Ost-West-Richtung läuft, während die Breite des Mittelmeers in Süd-Nord-Richtung verläuft.
    Koordinatensysteme zur Positionsangabe auf der Oberfläche der Erde werden schon seit Jahrhunderten verwendet. In der westlichen Welt wurde der Äquator, die Wendekreise des Krebs und Steinbocks und später die Breiten- und Längengrade verwendet um Positionen auf der Erde zu beschreiben. Im Laufe der Geschichte wurden vielerlei Einheiten für Längen und Winkelmessung eingesetzt. Der Meter steht sowohl mit der Längen als auch der Winkelentfernung in Verbindung, ist er doch im späten 18. Jahrhundert als der zehnmillionste Teil der Entfernung vom Pol zum Äquator definiert worden. Heute ist das am meisten verwendete Koordinatensystem der Breitengrad, Längengrad und die Höhe. Der Nullmeridian und der Äquator sind die Referenzflächen zur Definition der Breiten und Länge.

    Link: Geografische Längen- und Breitengrade deutscher Städte und Gemeinden

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    “Hinduistische Pilgerreise” in der Tagespresse

    Januar 17th, 2007 by Felix Hardmood Beck

    Bei der Internet-Recherche zum Thema hinduistische Pilgerreise bin ich in den Archiven der Tagespresse auf folgende Artikel gestossen. Interessante Schlagworte sind unterstrichen. Dieser Blogeintrag wird in Zukunft mit weiteren Artikeln aktualisiert (letzter Stand: 17.01.07): Read the rest of this entry »

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    “Muslimische Pilgerreise” in der Tagespresse

    Januar 17th, 2007 by Felix Hardmood Beck

    Bei der Internet-Recherche zum Thema muslimische Pilgerreise bin ich in den Archiven der Tagespresse auf folgende Artikel gestossen. Interessante Schlagworte sind unterstrichen. Dieser Blogeintrag wird in Zukunft mit weiteren Artikeln aktualisiert (letzter Stand: 03.02.07): Read the rest of this entry »

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    “Christliche Pilgerreise” in der Tagespresse

    Januar 17th, 2007 by Felix Hardmood Beck

    Bei der Internet-Recherche zum Thema christliche Pilgerreise bin ich in den Archiven der Tagespresse auf folgende Artikel gestossen. Interessante Schlagworte sind unterstrichen. Dieser Blogeintrag wird in Zukunft mit weiteren Artikeln aktualisiert (letzter Stand: 03.02.07): Read the rest of this entry »

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    Ausstellung: “Destino: Santiago”

    Januar 17th, 2007 by Felix Hardmood Beck

    Santiago de Compostela zieht nicht nur Pilger an: Rund 20 internationale Künstler zeigen im Instituto Cervantes ihr persönliches Bild dieses Ortes. So hielt Rubén Ramos Balsa in seinen Fotografien das besondere Licht von Santiago fest. Und Karin Sander schuf eine Landschaft aus Menschen, indem sie 600 Einwohner mit Hilfe eines 3D-Body-Scanners und dreidimensionalen Drucken porträtierte.

    Instituto Cervantes, bis Fr 9.2., Mo-Do 12-19, Fr 12-18 Uhr

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    Christliche Kreuzzüge

    Januar 15th, 2007 by Felix Hardmood Beck

    Die Kreuzzüge als “heilige Kriege” des christlichen Abendlandes.
    Wie sah es zur dieser Zeit (Ende 11 Jhrdt – Ende 13.Jhrdt) aus?
    Eine Zusammenfassung:

    Pilgerreisen in den Nahen Osten (Lebens- und Wirkungsstätte Jesu) waren seit dem ausgehenden Altertum ein Brauch, der vorerst von den Arabern durch Zahlungen von Abgaben gestattet wurde. Die Ausbreitung der Seldschuken erschwerte die Pilgerfahrten und brachte diese letztendlich zum Erliegen. Es folgte ein Aufruf zur Befreiung des “heiligen Grabes” und die Förderung samt finanzielle Unterstützung der Kirche für alle kriegerischen Unternehmen gegen Ungläubige: Ketzer, Heiden, Andersgläubige. Die Finanzierung der Kriegszüge zur Befreiung der heiligen Stätten in Palästina von islamischer Herrschaft steigerte dabei enorm das Ansehen des Papsttums. Tendenzen und Strömungen der Zeit fallen zusammen: gesteigerte Religiösität, Frömmigkeit des Rittertums (ritterliches Ideal beinhaltet den Kampf für die Kirche und den Glauben), Strömungen der Cluniazensischen Reformbewegung, Abenteuerlust, Hoffnung auf materiellen Gewinn, Erlang des Ablasses der Sünden (“Generalabsoultion als Versprechen des Papstes für Grausamkeiten gegen Ungläubige. Der Eifer seiner Prediger brachten 20.000 Bauern und Arbeiter dazu, nach Konstantinopel aufzubrechen und schon auf dem Weg dahin jüdische Gemeinden niederzumetzeln” Quelle: Target, George, Der grosse Atlas der heiligen Stätten, Orbis Verlag, München, 2000).

    Es folgen 7 Kreuzzüge: Read the rest of this entry »

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    Statistik: Pilgerwanderungen nach Santiago (2005)

    Januar 11th, 2007 by Felix Hardmood Beck

    Während des Jahres 2005 kamen im Pilgerbüro 93.924 Pilger an. In der selben Zeit im Jahr 2004 (Heiliges Jahr) betrug die Anzahl der Pilger 179.944. Von diesen Pilgern waren 55.706 männlich (59,3%) und 38.218 weiblich (40,7%). Zu Fuss kamen 76.674 (81,63%) an, mit dem Fahrrad 16.985 (18,08%) und mit dem Pferd 242 (0,26 %), ausserdem 23 Pilger im Rollstuhl (0,02%).

    Alter der Pilger
    Unter 18 Jahren sind 9.858 (10,49%), zwischen 19 und 35 Jahren sind 32.666 (34,78%);
    Zwischen 36 und 60 sind 40.987 (43,64%) und älter als 60 Jahre sind 10.413 Pilger (11,09%).

    Beweggründe der Pilger
    Religiös 35.456 37,75% 90,96%
    Religiös-kulturell 49.977 53,21%
    Kulturell 8.491 9,04% 9,04%

    Nationalitäten der Pilger
    Spanier: 52.881 (43,70%); die Mehrheit der Pilger kommen aus der Provinz Madrid, 9.355 (9,96%), Katalunien, 7.718 (8,22%), Andalusien, 6.439 (6,86%), Valencia 6.480 (6,90%), Baskenland 4.569 (4,86%), Kastilien und León, 3.967 (4,22%), Galizien 3.673 (3,91%), Kastilien Mancha 1.834 (1,95%), Extremadura, 1.435 (1,53%), dann folgen die Provinzen Murcia, Aragon, Asturias, Navarra, Canarias usw.…
    Ausländer: 41.043 (56,30%); die Länder mit der höchsten Anzahl an Pilgern sind Italien, 7.430 (18,10%), gefolgt von Deutschland, 7.155 (17,43%), Frankreich, 5.909 (14,39 %), Portugal, 2.574 (6,27%), den Vereinigten Staaten, 2.047 (4,98%), Holland, 1.610 (3,92%), dem Vereinigten Königreich, 1.512 (3,68%) Österreich, 1.470 (3,48 %), der Schweiz, 726 (1,76%) und Kanada und andere bis zu 106 verschiedene Länder.

    Berufe der Pilger
    Die Gruppe der am meisten ambitioniertesten Pilger wird von den Studenten und Schülern gebildet mit 18.827 Pilgern (20,04%), gefolgt von den Angestellten mit 16.552 (17,62%), den Technikern mit 11.592 (12,34%), den selbstständigen Berufe mit 11.153 (11,87%), den Rentnern mit 10.389 (11,06%) und den Beamten mit 5.029 (5,35%) .

    Ausgangspunkt
    Der Grossteil der Pilger, die im Jahr 2005 ankammen, begann seinen Weg in Sarria mit 14.851 (15,81%), in Saint Jean Pied de Port, mit 9.851 Pilgern (10,48%), in Roncesvalles mit 9.230 (9,82%), in O Cebreiro mit 7.434 (7,91%), in León mit 6.677 (7,10%), in Ponferrada mit 5.985 (6,37%), Astorga mit 4.303 (4,58%), dann folgen Pamplona, Burgos,Tui, usw…..

    Gegangene Wege
    Der Weg, der von den Pilgern am meisten gegangen wurde ist der Camino Francés mit 79.396 Pilgern (84,53%), der Camino Portugues wurde von 5.508 (5,86%) Pilgern gewählt, gefolgt vom Camino del Norte mit 3.984 (4,24%), der Vía de la Plata mit 3.140 (3,34%) und dem Camino Primitivo mit 1.028 (1,09 %) Pilgern.

    Quelle: www.jakobus-gesellschaften.de

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    Literatur-, Medien- und Kartenauflistung

    Januar 10th, 2007 by Felix Hardmood Beck

    Als Schnell-Referenz für meine Recherche habe ich Literatur- , Medien-, sowie Kartenauflistungen eingerichtet.
    Diese sind von nun an unter nachfolgenden Links zu finden:
    Literaturliste: http://www.felix-beck.de/diplom/list_literature/
    Medialiste: http://www.felix-beck.de/diplom/list_media/
    Kartenliste: http://www.felix-beck.de/diplom/list_maps/

    Diese Links sind auch im Menü unter “externen Links” zu finden. Die Literaturliste beinhaltet Buchtitel zu den Themen “Wallfahrt”, “Pilgerreise”, “Vagabundieren” usw. und ist sortiert nach Autor, Titel, Verlag, Jahr. Die Medienliste beinhaltet eine Auflistung von Filmdokumentationen, DVDs, Videos, Podcasts o.ä., sortiert nach Autor, Genre, Titel, Quelle. Die Kartenliste ist sortiert nach Maßstab, Titel, Verlag, Erscheinungsjahr und falls es sich um eine Internetquelle handelt mit entsprechender Webadresse.

    Eine gezielte Suche ist über die Suchfunktion des Browsers möglich. Ein Klick auf den scharzen Pfeil (links neben dem Autor) öffnet und schließt ein Feld mit (falls vorhanden) entsprechender, tiefergehender Beschreibung.

    Für die Diplomrecherche besonders relevante Titel sind wiefolgt markiert:
    x = besonders relevant
    ? = es wird eines tiefergehende, differenziertere Recherche benötigt

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