Begriffserklärung Wanderstock und Stenz

Februar 7th, 2007 by Felix Hardmood Beck

stenz bild
Bildquelle: Wikipedia; höhere Auflösung

In Rotwelsch ist Stenz (neben anderen Bedeutungen) in der Form des “Stems” seit 1726 in der Bedeutung “Stock, Wanderstab” belegt (ursprüngliche Quelle ?). Bei den Fahrenden Handwerkern versteht man darunter besonders den knotigen, verdrehten Wanderstock, der seine Form dadurch erhält, daß er durch die parasitäre Schlingpflanze Geißblatt, während des Wachstums deformiert wird (siehe auch obige Abbildung). Neben der Hilfe beim Bewältigen von schwierigem und bergigem Gelände und beim Überqueren von Gräben diente der Wanderstab auch als Schlagwaffe gg Wegelagerer und Hunde, als auch zur Vorrichtung um Geld und andere kostbare Gegenstände zu schmuggeln (Quelle: Brockhaus, Wikipedia). Aufgegriffen wurde die markante Form im 19. Jahrhundert durch studentische Gehstöcke namens Ziegenhainer, die aus dem harten Holz der Kornelkirsche gefertigt, gleich drei Funktionen hatten: Spazierstock, Wanderstock und Abfangstock bei studentischen Duellen (vgl. auch untere Abbildung).

bild Bildquelle – Jenaer Studenten beim Fechten. Federzeichnung von Rudolf Beck aus der Zeit 1832/33. In der Bildmitte die beiden fechtenden (“paukenden”) Studenten mit ihren Schlägern; daneben die beiden Sekundanten mit den hoch erhobenen Ziegenhainern, an der Spitze angefasst, um dem Komment nicht entsprechende Stöße abzuwehren.

Der Wanderstock ist ein passend geformter Ast, bzw. speziell gefertigter Stock, heute laut Wikipedia meist aus leichtem Metall (Aluminium, Carbon (nicht zu verwechseln mit Apple’s Carbon)), der den Träger beim Gehen unterstützt. Er ist etwas mehr als hüfthoch, bietet Halt in unsicheren Gelände und entlastet beim Bergabgehen die Knie. Moderne Stöcke sind oft als Teleskopstöcke ausgeführt und haben am unteren Ende eine Metallspitze und einen Teller. Beim Nordic Walking kommen zwei solcher Stöcke zum Einsatz (vgl. auch Wikipedia -> Skistock).


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Um eine ausreichende Stützfunktion zu erreichen, ist es notwendig, daß der Stock in der richtigen Höhe individuell angepasst wird. Ein zu kurzer oder zu langer Stock ist bei einer funktionalen Bewegungsausführung hinderlich. Er soll dem Benutzer eine aufrechte Haltung bei leicht angewinkeltem Ellbogen ermöglichen. Hierbei wird das Körpergewicht beim Stützen auf den Stock übertragen. Stellen Sie den Stock mit dem Griff nach unten auf den Boden, lassen Sie die Arme locker nach unten hängen und kürzen Sie den Stock in der Höhe der Handwurzel. Bei Gebrauch von zwei Stöcken müssen diese etwas länger sein, weil Sie vor dem Körper aufgestützt werden. Für die Länge der Stöcke kann folgende Faustformel empfohlen werden: Körpergröße (in cm) x 0,66 = Stocklänge oder oberer Schlaufenausgang in Bauchnabelhöhe. Die Stöcke werden von den Herstellern in Längen von 100 cm bis 135 cm angeboten. Es empfiehlt sich, im Zweifel eine etwas kürzere Stocklänge als berechnet auszuwählen, damit es nicht zu Ausweichbewegungen in den Schultergelenken kommt (vgl. untere Abbildung).


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Beim Nordic Walking gewährleisten spezielle Handschlaufen einen optimale Kraftübertrag von der Hand auf den Stock. Das ständige Öffnen und Schließen der Hand und die damit verbundene Greifbewegung wird als ein Element eines Technikschemas angesehen. Das flüssige Öffnen und Schließen der Hand erfordert allerdings eine gute Koordination, so dass Einsteiger häufig damit überfordert sind.

Nur Mittel-, Ring- und kleiner Finger umschließen den Griff, Zeigefinger und Daumen berühren ausgestreckt den Griffansatz am Stock. Der Stock wird gleichzeitig mit dem behinderten Bein auf den Boden aufgesetzt. Dabei ist es sehr wichtig, das Gewicht möglichst seckrecht auf den Stock zu lagern (vgl. untere Abbildung).


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