Christliche Symbolik des Pilgerstabes
Februar 7th, 2007 by Felix Hardmood BeckDie ersten Stöcke waren vermutlich nicht mehr als abgebrochene Äste, die zur Unterstützung benutzt wurden, als der prähistorische Mann die ersten Schritte seines aufrechten Ganges unternahm. Seit damals hat sich der Gebrauch, der Symbolismus und die Form des Gehstockes ziemlich drastisch entwickelt. Die erste schriftliche Erwähnung, wenn ein auch wenig nebensächlich, kann im Buch Genesis des Alten Testaments gefunden werden, in der die Geschichte von Kain und Abel erzählt wird. Kain benutzte einen Stock, um seinen Bruder Abel zu töten.
So ziehen sich weit durch die Zeit zahlreiche Hinweise auf den Stock. So werden beispielsweise unter alten ägyptischen Grabbeigaben auch immer wieder Gehstöcke gefunden. Gehstöcke, so scheint es, waren unter den alten Ägyptern häufig mit Berufen wie Kaufmann, Schäfer oder Priester verbunden. Sogar der Pharao besaß einen speziellen Stab. Der Wert des Stocks bei den Ägyptern überdauerte vom Leben sogar in den Tod, wie die Funde beim König Tut belegen. Mehr als 100 Stöcke wurden in seinem Grab gefunden, vermutlich, um ihm im Leben nach dem Tod zu unterstützen und zu schützen.
Die christliche Morallehre wurde in vielen Bildern dargestellt und verdichtet sich in den Moralvorstellungen der Kardinaltugenden und Kardinalsünden. Da diese Werte nicht ohne weiteres vergegenständlicht werden konnten, verschlüsselten sie die Künstler in allegorischen und symbolischen Darstellungen. In der Kunstgeschichte gibt es für die drei theologischen Tugenden folgende Allegorien:
Glaube (fides): Kreuz, Kelch, brennendes Herz, brennende Kerze, Gesetzestafeln, Manna (Brot), Leuchter, Flamme, Krone, Tiara, Kirchenmodell auf dem Haupt, Sieb (Scheidung des Wahren vom Falschen), Buch oder Buchrolle (Bibel bzw. Glaubensbekenntnis), Schild (Glaubensfestigkeit, Dreieck oder Dreifuß (Dreifaltigkeitslehre als Hauptinhalt des Glaubens), Ring, Schlüssel, Hund (Treue), Blumen in den Händen
Liebe (caritas): Kinder stillend an sich drückend, Lamm, flammendes Herz, Brote Schale, Geldbeutel, Pelikan, Löwin mit Jungen, Baum mit Vögeln, Ofen, strahlendes Christusmonogramm
Hoffnung (spes): nach oben, auf die Hand Gottes oder eine dargereichte Krone blickend, Phönix, Biene oder Bienenkorb, Zweig, Kreuzfahne, Schiff oder Segel, Spaten und Sichel, Käfig mit Vogel (der auf Befreiung hofft), Anker, Kreuz der Auferstehung, Füllhorn, Kugel, Kompaß und Pilgerstab (Vgl. auch Blogeintrag vom 29.01.07 über Christliche Pilgersymbole und Pilgerkleidung)

Abbildung: Der hl.Rochus, der in seiner linken Hand einen Pilgerstab hält und mit seiner Rechten auf die Pestbeule an seinem Bein weist. Der Heilige war auf seiner Pilgerschaft nach Rom bei der Pflege von Pestkranken selbst krank geworden. Ein Engel pflegte ihn in einer Höhle, ein Hund brachte ihm Nahrung. Bildquelle
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Juli 16th, 2007 at 02:42
[...] Krücken u.a. Gehhilfen Februar 11th, 2007 by Felix Hardmood Beck Heutzutage werden Stöcke meist nur noch, im Gegensatz zum 18. oder 19. Jahrhundert (vgl. Blogeinträge vom 11.02.07 – Gegensatz Spazier- und Trekkingstöcke; 07.02.07 – Christliche Symbolik des Pilgerstabes; 07.02.07 – Allgemeines zum Pilgerstab; 07.020.07 – Begriffserklärung zu Wanderstock und Stenz), als Hilfsmittel zum Gehen verwendet (Gehhilfe = Krückstock). Ihr Aussehen ist deshalb rein funktional (durch die Funktion gestützt = Wortspiel). Ihr Griff ist anatomisch der zugreifenden Hand angepasst und bildet zum Stock einen rechten Winkel. Die Spitze des Stocks ist heutzutage meist mit Gummi versehen, das ein Ausrutschen verhindern soll. Die Stöcke erhalten im Allgemeinen nicht mehr die Aufmerksamkeit der ästhetischen Schönheit, wie bspw bei Spazierstöcken. Man unterscheidet nach folgenden Arten und Formen: [...]