Februar 11th, 2007 by Felix Hardmood Beck
Heutzutage werden Stöcke meist nur noch, im Gegensatz zum 18. oder 19. Jahrhundert (vgl. Blogeinträge vom 11.02.07 – Gegensatz Spazier- und Trekkingstöcke; 07.02.07 – Christliche Symbolik des Pilgerstabes; 07.02.07 – Allgemeines zum Pilgerstab; 07.020.07 – Begriffserklärung zu Wanderstock und Stenz), als Hilfsmittel zum Gehen verwendet (Gehhilfe = Krückstock). Ihr Aussehen ist deshalb rein funktional (durch die Funktion gestützt = Wortspiel). Ihr Griff ist anatomisch der zugreifenden Hand angepasst und bildet zum Stock einen rechten Winkel. Die Spitze des Stocks ist heutzutage meist mit Gummi versehen, das ein Ausrutschen verhindern soll. Die Stöcke erhalten im Allgemeinen nicht mehr die Aufmerksamkeit der ästhetischen Schönheit, wie bspw bei Spazierstöcken. Man unterscheidet nach folgenden Arten und Formen:
Handstöcke sind Stützstöcke mit einfachem Handgriff. Der Handgriff kann auch anatomisch geformt sein. Der Aufstandspunkt von Handstöcken kann aus einem einfachen Ende mit Abschlusskappe bestehen oder aus drei bis fünf abgespreizten Einzelaufstandspunkten.
Unterarmgehstützen (Krücken) sind Stützstöcke mit Handgriff und zusätzlich einer höhergelegenen, nach vorn offenen Manschette, an der sich der Unterarm abstützen kann. (Im Gegensatz zu den herkömmlichen, allseits bekannten Unterarmstützen für ein- oder beidhändigen Gebrauch, gibt es seit einigen Jahren auch sogenannte Physiologische Gehhilfen, die GANYMED Gehhilfen. Diese haben eine prinzipiell andere Architektur, indem sich der Aufsetzpunkt vorversetzt in Laufrichtung befindet. Biomechanisch ausgedrückt, muss man hier nicht den üblichen Kraftberg überwinden, der durch schräges Vorsetzen herkömmlicher Krücken entsteht, sondern läuft ihnen einfach hinterher. Durch die Hebelwirkung zwischen Hand und Unterarm lässt sich die Physiologische Gehhilfe ohne Handschluss völlig kraftfrei vorsetzen. Das Design bewirkt die Ableitung des Lasteintrags nach EU-Norm DIN ISO 11334-1 zu etwa der Hälfte auf die Armspange, so dass die Hand- und Schultermuskulatur deutlich entlastet werden. Außerdem lassen sie sich durch ihre Winkelkombination überall anhängen.)
Bildquelle: Wikipedia / höhere Auflösung
Gehgestelle oder Gehrahmen sind leichte Stützgestelle mit vier Aufstandspunkten auf dem Boden. Sie werden bei jedem Schritt etwas angehoben und um eine Schrittweite nach vorn wieder aufgesetzt.
Gehwagen sind im Prinzip Gehgestelle mit Rädern, die beim Gehen nicht angehoben werden müssen. Gehwägen können je nach Bedarf mit speziell orthopädisch angefertigten Armstützen ausgestattet sein, um die Anwendung auch bei verminderter Greiffähigkeit zu ermöglichen (Rollatoren = Gehwagen für den Außenbereich).
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