Der Hirtenstab (Krummstab)
März 26th, 2007 by Felix Hardmood Beck

Bild links: Quelle Wikipedia, Abt Wilhelm von Hirsau († 1091) im Schenkungsbuch von Kloster Reichenbach (Baden-Württemberg).
Bild rechts: Quelle Wikipedia, Bischof Busso von Havelberg mit Krummstab in der Hand, auf dem Wappen und als Schildzier.
Der Krummstab (auch: Abtstab, Baculus pastoralis, Bischofsstab, Hirtenstab, Pastoralstab und Pedum oder Virga) gehört zu den Pontifikalien und besteht aus einem Schaft und der an seinem oberen Ende anschließenden Krümme. Die Krümme besteht aus vergoldetem Silber oder Kupfer und ist oft künstlerisch gestaltet; der etwa 1,5 Meter lange Schaft besteht meist aus Holz. (Zusammenfassung aus Wikipedia). Ein ähnlicher Stab zählte bereits zu den Insignien der Pharaonen und römischen Auguren. Älteste Darstellungen zeigen den ägyptischen Gott Osiris, der als Hirte der Seelenherden mit dem Hirtenstab abgebildet wurde. Der Stab gilt als Zeichen der Autorität. Seine Herkunft wird von dem italisch-etruskischen Hirtenstab abgeleitet. Kaiser Konstantin erteilte im 4. Jahrhundert den Bischöfen durch das privilegium fori die Erlaubnis als Zeichen geistlicher und weltlicher Rechtsprechung einen dem Augurenstab ähnlichen Stab zu tragen. Heute ist er in der Katholischen Kirche Würdenträgern mit eigenem Jurisdiktionsbereich vorbehalten. Dazu gehören insbesondere Bischöfe und Äbte, seltener auch andere Prälaten. Im eigenen Territorium hält der Inhaber den Stab so, dass die Krümmung nach außen zeigt, auf “fremdem” Gebiet so, dass die Krümmung zu ihm hinzeigt. Der Papst trägt keinen Krummstab, sondern einen Kreuzstab, die Ferula.
Zu den ersten Erwähnungen zählt der Hirtenstab, den der Erzbischof von Canterbury dem Abt Theodor von Canterbury verlieh. Erstmals bezeugt wurde der Amtsstab um das Jahr 600 bei der Weihe des Heiligen Kolumban. Der eigentliche Krummstab verbreitete sich in seinem Gebrauch vor allem bei kirchlichen Würdenträgern im 7. Jahrhundert in Spanien und Frankreich, außerhalb der Liturgie als Symbol der Gerichtsbarkeit.

Bild links: Quelle Wikipedia / höhere Auflösung; Augur mit Krummstab. Anmerkung: Im heutigen Sprachgebrauch wird mit dem “Augurenlächeln” im übertragenen Sinne das wissende Lächeln eines Eingeweihten, der um die Zukunft weiß, bezeichnet. Bild rechts: Quelle
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