Iroko Holzgriff
Mai 9th, 2007 by Felix Hardmood Beck
Iroko (Chlorophora excelsa) ist eine afrikanische Baumart des tropischen immergrünen und halbimmergrünen Regenwaldes sowie des Savannenwaldes, verbreitet südlich des Sahel von Senegal bis Uganda. Hauptsächlich kommt der Iroko in Côte d’Ivoire (Iroko), Ghana (Odum), Nigeria und Kamerun (Kambala), Zentralafrika, von Kongos bis Uganda vor.
Sein braunes Holz wird zu sehr wertvollem, wetterfesten Nutzholz verarbeitet. Iroko wird in wirtschaftlich bedeutenden Mengen in Afrika genutzt (ca 50.000 m³ Rundholz pro Jahr), überwiegend in Ghana, Elfenbeinküste und Kamerun zu Schnittholz, Hobelware und Möbelteilen verarbeitet und aus diesen Ländern in wirtschaftlich bedeutsamen Mengen exportiert. Das Holz ist ungewöhnlich wetterfest und sehr dekorativ, ähnlich wie Teakholz. Es wird überwiegend für Parkett, Bauelemente (Fenster und Türen) sowie Möbel und Gartenmöbel eingesetzt. Iroko hat etwa das Gewicht und die Härte von Eichenholz. Das Holz und besonders der Holzstaub von Iroko können allergische Reaktionen auslösen.
Iroko hat einen Wert von ca. 1400 Euro pro Kubikmeter gehobelten Holzes. Eine komplette LKW-Ladung mit Iroko Gartenmöbeln kostet in Europa (2006) ca. 40.000 Euro. Dem Erzeugerland fließen davon über 30.000 Euro zu. Ein Entwicklungsland wie Ghana nimmt durch den Export von Iroko (dort”Odum”) über 5 Millionen Euro ein. Das entspricht dem Jahresverdienst von über 5000 Menschen (2006). Da von jedem Arbeiter in Ghana mindestens 10 Familienmitglieder abhängig sind, kommt dieser Wert etwa 50.000 Menschen in Ghana zu Gute. Dies zeigt die enorme Bedeutung eines Holzes wie Iroko. Andererseits trägt die massenhafte, wirtschaftliche Verwendung dieses Holzes nach Auffassung von Umweltschutzorganisationen zur Vernichtung des Savannenwaldes bei und gefährdet die Lebensgrundlage der Menschen selbst, aber auch der von Tieren.
Weitere Handelsnamen Abang, Kambala, Mokongo, Moreira, Mvule, Odum.
Kurzzeichen nach DIN 4076 Blatt 1 IRO
Beschreibung von Iroko
Stammform: Geradschäftig und zylindrisch, astfreie Längen bis 25 m und Durchmesser bis 1,8 m.
Farbe und Struktur des Holzes Splint meist 6-10 cm breit und gelblichgrau. Kernholz (frisch) auch bei gleicher Herkunft oft variierend, grau- bis grünlichgelb, teilweise auch braun; später, besonders bei Sonnenlicht, mit mattem Glanz goldbraun bis dunkelolivbraun nachdunkelnd und sich farblich angleichend.
Poren grob, zerstreut und auf Längsschnitten oft als gewundene Porenrillen gut erkennbar. – Speicherzellen in Feldern die Poren einschließend und teils zu unregelmäßigen Bändern im Spätholz verbunden, wodurch ein deutliches Fladerbild entstehen kann. – Holzstrahlen, auch als Spiegel, das Holzbild nicht beeinflussend. – Faserverlauf mit unterschiedlich ausgeprägtem Wechseldrehwuchs und entsprechend deutlichen Glanzstreifen.
Trockene Hölzer ohne spezifischen Geruch.
Gesamtcharakter: Mäßig farbiges, poriges und je nach Schnittrichtung teils dekorativ strukturiertes Holz.
Abweichungen Vereinzelt schwarzbraune Streifen oder besonders dunkle Kernfärbung; harte, meist graue mineralische Einschlüsse (Karbonate) vor allem in Spalten; und in leichten Qualitäten kann Kurzbrüchigkeit im innersten Kernholz vorkommen.
Handelsformen: Rundholz, nur noch vereinzelt splintfrei beschlagen, von 0,7 bis 1,8 m Durchmesser und 4 bis 12 m Länge. Besäumtes Importschnittholz ab 26 mm Dicke, 155 mm Breite und 1,8 m Länge aufwärts. Block- und Hobelware, auch aus afrikanischem Import, in beliebigen Maßen. Parkett verschiedenen Typs; Messerfurniere.
Daten
Gewicht

- ungetrocknet (Rundholz) ca. 1000 kg/cm³
- darrtrocken ca. 0,62 g/cm³
Druckfestigkeit (lufttrocken) ca. 54 N/mm²
Biegefestigkeit (lufttrocken) 100 N/mm²
Eigenschaften
Für die Bearbeitung sind bestückte Werkzeuge erforderlich, wie bei Teak oder Afzelia; bei der Arbeit mit dem Handhobel ist mit schnellem Stumpfen zu rechnen. Glatt geschnitten oder geschliffen, zeigt es häufig eine leicht wachsig glänzende Oberfläche. Wegen der möglichen Reizung durch Holzstaub ist eine gute Absaugung erforderlich. Iroko ist messerbar und gut quer zu bearbeiten; Verleimungen, Nagelungen und Verschraubungen sind von guter Haltbarkeit. Bei feuchtem Holz besteht die Gefahr der Metallkorrosion und der Verfärbung, vor allem durch Mörtelspritzer.
Die natürliche wie auch die technische Trocknung ist ohne Schwierigkeiten durchführbar. Für das Stapeln frischer Hölzer sind möglichst unter Dach saubere und trockene Latten von möglichst kleiner Auflagefläche aus Iroko zu verwenden, um tiefgehende Verfärbungen zu vermeiden.
Das Stehvermögen von geradläufigem und gleichfarbigem Holz ist gut und mit dem von Afzelia vergleichbar; obgleich wenig empfindlich für Luftfeuchtewechsel, ist bei Rahmenhölzern Riftschnitt zu empfehlen (Wechseldrehwuchs!). Wegen Korrosionsgefahr und Anstrichhaltbarkeit ist eine Verwendung von ungenügend trockenem Holz abzulehnen.
Kernholz ist besonders widerstandsfähig gegen den Befall von Pilzen und Insekten.
Oberflächenbehandlung: Für die Oberflächenbehandlung mit Klarlacken hat sich ein mehrfacher Anstrich mit Alkydharz-Bootslacken auf einem DDLackgrund oder ein wiederholter Anstrich mit einem Epoxid-Alkydharzkombinationslack bewährt, wobei auf eine möglichst gleichmäßige Beschichtung, eine gute Rundung der Kanten und ein Ausbürsten der eventuell hellfarbig angefüllten Poren zu achten ist. Voraussetzung für die Haltbarkeit ist – wie bei allen anderen Hölzern auch – eine max. Holzfeuchte von nur 14% und bei reinen DD-Lacksystemen (für starke Beanspruchung) nur höchstens 12%. Wegen Verfärbungsgefahr des ungeschützten Holzes ist mindestens ein Anstrich vor dem Einbau erforderlich.
Für stärker bewitterte Außenflächen sollen Lasuranstriche in dreifacher Beschichtung verwendet werden. Die Behandlung entspricht grundsätzlich der von Afzelia/Doussie (Merkblatt 4).
Verwendungsbereiche: Iroko ist aufgrund der hohen Pilzfestigkeit, des guten Stehvermögens und der Härte ein vielseitig verwendbares Holz hoher Wirtschaftlichkeit. Im Außenbau für Tore, Pfosten, Türen, Parkbänke und Verbretterungen; im Innenbau für Treppen, Bekleidungen, Parkett, Konstruktionsholz für besondere Längen sowie für Tische, Sitzmöbel, Containerböden, Bootsbau und lange Bänke (z. B. Kirchen); besonders geeignet für chemische Spezialbehälter.
Austauschhölzer von Iroko
Im konstruktiven Bereich für Afrormosia (M. 21), Amerikan. Mahagoni (M. 18), Cerejeira (M. 71), Cordia/hellbr. (M. 72), Rote Meranti (M. 5), Eiche (M. 63), Makore (M. 16), Niangon (M. 28), Sipo (M. 1) und Teak (M. 42), teils auch für Afzelia (M. 4), Angelique (M. 25), Kapur (M. 49) und Merbau (M. 33).
Anmerkungen: Die Bezeichnungen „Afrikan. Eiche” oder „Kambala-Teak” sind unzutreffend und als irreführend abzulehnen. – Die beiden das Iroko-Holz bildenden botan. Arten Milicia excelsa und M. regia sind nur in der Verbreitung, aber nicht im Holz verschieden.
Show On Map | Posted in geomashup, Material, Recherche | No Comments »