Februar 14th, 2007 by Felix Hardmood Beck
Fotoreise auf Wallfahrtswegen
fotocommunity präsentiert die besten Fotos auf der ecclesia Köln
Die besten aus 1000 Einsendungen werden vom 08. bis zum 10. Februar in einer Ausstellung auf der ecclesia Köln, der Branchenmesse für Kirchenausstattung und Organisation, präsentiert. Um die Fotografen ihrer fünf verschiedenen Sprachversionen näher zusammenzubringen, machte die fotocommunity die Wallfahrtswege Europas zum Thema ihres Wettbewerbs.
Eine fotocommunity, fünf Sprachversionen, 450.000 Mitglieder aus ganz Europa. Was alle eint: Die Liebe zur Fotografie. Nicht nur die Möglichkeit, eigene Fotos einem ständig wachsenden Publikum zu präsentieren, sondern vor allem der Austausch über das gemeinsame Hobby steht für die Mitglieder der fotocommunity im Vordergrund. Seit Gründung der fotocommunity im Jahr 2001 wurden über sieben Millionen Fotos hochgeladen. Das Angebot verzeichnet ca. 200 Millionen Seitenabrufe im Monat.
Foto: Christoph Wehrer Bildquelle: fotocummunity, die größte Internetgemeinschaft für Fotografie in Europa, rief mit dem Contest „Eine Reise auf religiösen Pfaden“ einen ersten gesamteuropäischen Fotowettbewerb ins Leben.
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Februar 11th, 2007 by Felix Hardmood Beck
Heutzutage werden Stöcke meist nur noch, im Gegensatz zum 18. oder 19. Jahrhundert (vgl. Blogeinträge vom 11.02.07 – Gegensatz Spazier- und Trekkingstöcke; 07.02.07 – Christliche Symbolik des Pilgerstabes; 07.02.07 – Allgemeines zum Pilgerstab; 07.020.07 – Begriffserklärung zu Wanderstock und Stenz), als Hilfsmittel zum Gehen verwendet (Gehhilfe = Krückstock). Ihr Aussehen ist deshalb rein funktional (durch die Funktion gestützt = Wortspiel). Ihr Griff ist anatomisch der zugreifenden Hand angepasst und bildet zum Stock einen rechten Winkel. Die Spitze des Stocks ist heutzutage meist mit Gummi versehen, das ein Ausrutschen verhindern soll. Die Stöcke erhalten im Allgemeinen nicht mehr die Aufmerksamkeit der ästhetischen Schönheit, wie bspw bei Spazierstöcken. Man unterscheidet nach folgenden Arten und Formen: Read the rest of this entry »
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Februar 11th, 2007 by Felix Hardmood Beck
(Bildquelle: Wikipedia / höhere Auflösung; „Der Sonntagsspaziergang“ von Carl Spitzweg um 1841, Öl auf Holz, 28,2 x 34,2 cm, Salzburg, Museum Carolino – Augusteum, Inv.-Nr. 3/31)
Eigentlich stehen der Spazier- und der Trekkingstock im Gegensatz zu einander: Der Spazierstock gilt als “historisches Accessoire” des Spaziergangs, bei dem nicht der Nutzwert sondern das Aussehen im Vordergrund steht (-> Wikipedia: dekorative Stöcke / -> Wikipedia: Volkskunststöcke). Der Trekkingstock ist eine durch Materialien und Technik auf den heutigen Nutzen des schnellen Wandern angepasster Wanderstock (vgl. auch Blogeintrag vom 07.02.07 über den Wanderstock und die anderen Einträge der Kategorie Pilgerstab). Interessant sind auch sogenannte Systemstöcke oder Gerätstöcke, welche mit einem Doppel- oder versteckten Zweck, wie einer Klinge, einer Whiskyflasche und -glas ausgestattet sind. Oft von Ärzten getragen enthielt der Gehstock Scalpels und Spritzen. Mehr als 1500 Patente für Gerätstöcke (z.B. Stockschirm, Stockdegen, Stockpistole) wurden während des 18. und 19. Jahrhunderts beantragt, so läßt sich der Schluß ziehen, dass Stöcke der jeweiligen Epoche viele Rückschlüsse über damalige Lebensumstände und Gepflogenheiten zu lassen. Read the rest of this entry »
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Februar 7th, 2007 by Felix Hardmood Beck
Die ersten Stöcke waren vermutlich nicht mehr als abgebrochene Äste, die zur Unterstützung benutzt wurden, als der prähistorische Mann die ersten Schritte seines aufrechten Ganges unternahm. Seit damals hat sich der Gebrauch, der Symbolismus und die Form des Gehstockes ziemlich drastisch entwickelt. Die erste schriftliche Erwähnung, wenn ein auch wenig nebensächlich, kann im Buch Genesis des Alten Testaments gefunden werden, in der die Geschichte von Kain und Abel erzählt wird. Kain benutzte einen Stock, um seinen Bruder Abel zu töten.
So ziehen sich weit durch die Zeit zahlreiche Hinweise auf den Stock. So werden beispielsweise unter alten ägyptischen Grabbeigaben auch immer wieder Gehstöcke gefunden. Gehstöcke, so scheint es, waren unter den alten Ägyptern häufig mit Berufen wie Kaufmann, Schäfer oder Priester verbunden. Sogar der Pharao besaß einen speziellen Stab. Der Wert des Stocks bei den Ägyptern überdauerte vom Leben sogar in den Tod, wie die Funde beim König Tut belegen. Mehr als 100 Stöcke wurden in seinem Grab gefunden, vermutlich, um ihm im Leben nach dem Tod zu unterstützen und zu schützen.
Die christliche Morallehre wurde in vielen Bildern dargestellt und verdichtet sich in den Moralvorstellungen der Kardinaltugenden und Kardinalsünden. Da diese Werte nicht ohne weiteres vergegenständlicht werden konnten, verschlüsselten sie die Künstler in allegorischen und symbolischen Darstellungen. In der Kunstgeschichte gibt es für die drei theologischen Tugenden folgende Allegorien: Read the rest of this entry »
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Februar 7th, 2007 by Felix Hardmood Beck
Siehe auch: Christliche Pilgersymbole und Pilgerkleidung (29.01.07),
Begriffserklärung: Wanderstock und Stenz (07.02.07) oder weitere Einträge aus der Kategorie “Pilgerstab”.
Der Pilgerstab ist meist übermanns hoch, oftmals mit einer Eisenspitze und einer Kugelförmigen geschnitzten/gedrehten Verdickung am oberen Ende versehen. Das Gesetz “No se pue traer baston con hierro” besagte im Mittelalter in Spanien, das es verboten sei mit Eisenspitzen beschlagene Stöcke zu tragen. Derartige Stäbe galten als erzunehmende Waffe (vgl. Ohler S. 85). Dieses Gesetz könnte heute u.a. auf damalige Fremdenfeindlichkeit, hervorgerufen durch entsprechende Erfahrung mit “falschen” Pilgern, zurückzuführen sein. Für eine solche Deutung spricht auch die Absicht des Simplicissimus, er hätte sich mit seinem “kräftigen Pilgerstab…trefflich gewehrt” (vgl. Ohler S. 85).
Aufgrund seiner Länge galt er historisch als Verlängerung der Hand oder des Zeigefingers, Stütze oder Waffe. Viele heute nur noch symbolisch gebräuchliche Stäbe leiten sich aus dieser Eigenschaft ab, z.B.: Read the rest of this entry »
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Februar 7th, 2007 by Felix Hardmood Beck

Bildquelle: Wikipedia; höhere Auflösung
In Rotwelsch ist Stenz (neben anderen Bedeutungen) in der Form des “Stems” seit 1726 in der Bedeutung “Stock, Wanderstab” belegt (ursprüngliche Quelle ?). Bei den Fahrenden Handwerkern versteht man darunter besonders den knotigen, verdrehten Wanderstock, der seine Form dadurch erhält, daß er durch die parasitäre Schlingpflanze Geißblatt, während des Wachstums deformiert wird (siehe auch obige Abbildung). Neben der Hilfe beim Bewältigen von schwierigem und bergigem Gelände und beim Überqueren von Gräben diente der Wanderstab auch als Schlagwaffe gg Wegelagerer und Hunde, als auch zur Vorrichtung um Geld und andere kostbare Gegenstände zu schmuggeln (Quelle: Brockhaus, Wikipedia). Aufgegriffen wurde die markante Form im 19. Jahrhundert durch studentische Gehstöcke namens Ziegenhainer, die aus dem harten Holz der Kornelkirsche gefertigt, gleich drei Funktionen hatten: Spazierstock, Wanderstock und Abfangstock bei studentischen Duellen (vgl. auch untere Abbildung).
Bildquelle – Jenaer Studenten beim Fechten. Federzeichnung von Rudolf Beck aus der Zeit 1832/33. In der Bildmitte die beiden fechtenden (“paukenden”) Studenten mit ihren Schlägern; daneben die beiden Sekundanten mit den hoch erhobenen Ziegenhainern, an der Spitze angefasst, um dem Komment nicht entsprechende Stöße abzuwehren.
Der Wanderstock ist ein passend geformter Ast, bzw. speziell gefertigter Stock, heute laut Wikipedia meist aus leichtem Metall (Aluminium, Carbon (nicht zu verwechseln mit Apple’s Carbon)), der den Träger beim Gehen unterstützt. Er ist etwas mehr als hüfthoch, bietet Halt in unsicheren Gelände und entlastet beim Bergabgehen die Knie. Moderne Stöcke sind oft als Teleskopstöcke ausgeführt und haben am unteren Ende eine Metallspitze und einen Teller. Beim Nordic Walking kommen zwei solcher Stöcke zum Einsatz (vgl. auch Wikipedia -> Skistock). Read the rest of this entry »
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Februar 7th, 2007 by Felix Hardmood Beck
Bei der Internet-Recherche zum Thema historische Wallfahrtsorte bin ich in den Archiven der Tagespresse auf folgende Artikel gestossen. Interessante Schlagworte sind unterstrichen. Dieser Blogeintrag wird in Zukunft mit weiteren Artikeln aktualisiert (letzter Stand: 07.02.07): Read the rest of this entry »
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Februar 7th, 2007 by Felix Hardmood Beck
In folgendem PDF (ca. 90kb) sind die Motive des Wallfahrens im Mittelalter zusammengefasst. Dabei habe ich die Beschreibungen von Norbert Ohler (vgl. “Pilgerstab und Jakoobsmuschel, Patmos Verlag, Düsseldorf und Zürich, 2000) ergänzt durch eigene Anmerkungen. In einem späteren Schritt werde ich die Beweggründe von früher denen von heute gegenübergestellen.

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Februar 3rd, 2007 by Felix Hardmood Beck
Rembrandt erzielt 25,8 Mio. Dollar
«Sankt Jakobus der Ältere» in New York versteigert
Quelle: Schweizer Fernsehen / Tagesschau

Bildquelle: www.artnet.de
Rembrandt, Harmensz van Rijn
Apostel Jakobus d.Ä., 1661
Öl auf Leinwand
92,1 x 74,9 cm
Courtesy of Salander – O’Reilly, New York
Foto: Nadine Preiß
Ein Rembrandt-Gemälde mit Apostel Jakobus ist in New York für 25,8 Millionen Dollar versteigert worden. Das Halbporträt «Sankt Jakobus der Ältere» aus dem Jahr 1661 ging an einen anonymen Bieter, wie das Auktionshaus Sotheby’s mitteilte. Experten hatten den Wert des 92 mal 75 Zentimeter grossen Bildes auf 18 bis 25 Millionen Dollar geschätzt. Es stammt aus der letzten Schaffensperiode des niederländischen Künstlers, in der er zahlreiche religiöse Bilder malte. Der Höchstpreis für ein Rembrandt-Gemälde wurde im Dezember 2000 erzielt. Damals wurde das «Porträt einer Dame im Alter von 62 Jahren» im Auktionshaus Christie’s für 28,7 Millionen Dollar verkauft. Read the rest of this entry »
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Februar 3rd, 2007 by Felix Hardmood Beck
Quelle (Link vom 03.02.07): SWR Schulfernsehen – Sendereihe: 2000 Jahre Christentum (folgende Folgen:)
Folge: Heilige und Dämonen – Das Christentum am Ende der Gewissheit
Folge: Allein der Glaube – Zukunft durch Rückkehr
Folge: Kreuz und Schwert – Das Christentum wird Christenheit
Der Glaube an Gott als zentrale Lebensauffassung
Eine Pilgerreise, einmal im Leben zu einer heiligen Stätte oder einem Wallfahrtsort unternommen, spiegelte die Vorstellung der Menschen im Mittelalter wieder, sich auf einer Reise zu befinden, bei der das diesseitige irdische Leben nur Übergangs- und Durchgangsstadium in ein besseres Leben im Jenseits war. Taten der Buße und gute Werke bereiteten dabei auf das Leben im Jenseits vor. Read the rest of this entry »
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Februar 2nd, 2007 by Felix Hardmood Beck
Unten abgebildetes Stereoskop habe ich von Nafi Mirsai bekommen. Es stammt aus Istanbul und ermöglicht die dreidimensionale Sicht auf unterschiedliche Szenerien der Pilgerreise nach Mekka. Die Stereoskopie (aus dem griechischen: stereo = räumlich – skopein = sehen) ist ein Verfahren zur raumtreuen Abbildung, bei dem
1. paarweise Bilder, stereoskopische Halbbilder genannt, getrennt für jedes Auge erzeugt und angeboten werden,
2. auf denen jeder Raumpunkt durch korrespondierende Bildpunkte auf jedem Halbbild abgebildet wird,
3. die aufgrund der Parallaxe gering seitenverschoben zueinander sind (=stereoskopische Deviation) und durch welche im Gegensatz zu einem zweidimensionalen Bild die Tiefenlage jedes Raumpunktes aus dem Bild mathematisch reproduzierbar ermittelt werden kann und der Betrachter die räumliche Lage jedes abgebildeten Raumpunktes aufgrund einer dem Natürlichen nahekommenden Darbietung empfinden kann.


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Januar 31st, 2007 by Felix Hardmood Beck
Folgender Text ist (gekürzt) aus folgender Webseite entnommen
http://www.beepworld.de/members44/palastikkuh/buddhismus.htm
und von mir mit Anmerkungen, Grafiken, Bildern und Querverweisen versehen worden:
Der lehrende Buddha Shakyamuni – Mitbegründer des Buddhismus (China, 12. Jahrhundert); Bildquelle: Wikipedia / höhere Bildauflösung
(…) Das Gebiet des Buddhismus erstreckt sich auf die ganze Welt. Länder wie Indien, Sri Lanka, Birma, Thailand, Nepal, Bhutan und Sikkhim (Lage ???) zählen zu den Ländern, in denen der Buddhismus am meisten praktiziert wird. Von dort aus wurde er über die Seidenstraße (siehe auch Bild weiter unten) nach China, in die Mongolei, nach Korea und Japan gebracht. Der Buddhismus ist auch nach Vietnam, Laos, Kambodscha, Indonesien und seit neuestem auch in die U.S.A., nach Europa, Australien und Neuseeland verpflanzt worden. Die Gesamtzahl der Buddhisten wird auf 500 Millionen geschätzt (Quelle: Lexikon religion v. Prof. Dr. Hartwig Weber).
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Januar 29th, 2007 by Felix Hardmood Beck
Es gibt unterschiedliche, inhaltliche Bedeutungen der “Pilgerreise”, oder auch “Wallfahrt”. Klammert man den umgangssprachlichen Sinn (wie etwa: »Wir pilgerten bei Affenhitze zum nächsten Schwimmbad … «) einmal aus, beschreibt die eigentliche Bedeutung der Wallfahrt immer die Reise zu einem, als heilig geltenden Ort. Aus heutiger Sicht muß dabei ein heiliger dieser Ort nicht unbedingt mit Religion an sich zu tun haben: »Die Pilgerreise zum Grab von Jim Morrison.« (siehe Blogeintrag: Beispiel “Grab von Jim Morrison“) kann somit die selben Gründe, wie beispielsweise die nach Stonehenge (Megalith-Kultur), Hiroshima oder Compostella haben:
Anbetung des Ortes
die Suche um spirituellen Beistand
Buße für vergangene Sünden
Lobpreisung
Erlangen von Seelenfrieden, materiellen Güter, Wohlstand
aus Dankbarkait (Genesung von Krankheit o. ä. Leiden)
In der katholischen Glaubenslehre, nach dem Neuen Testament, beschreibt der >Pilgerstand< das irdische Leben des Menschen, als der Prüfstand, in dem er als Pilger sein ewiges Heil erwirken muß (nach 2. Kor. 5,6; 1.Petr. 2,11). Die “Heimat” der Gläubigen liegt demanch im Himmel (Phil. 3, 20), in der Welt sind sie “Fremde” (Hebr. 11,13;1.Petr. 1.1), auf der Wanderung zur himmlischen Stadt (Hebr. 13,14). In der katholischen Theologie hat entsprechend der Kirchenlehre des zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) die vom Hebräer-Brief abgeleitete Beschreibung der Kirche als des pilgernden Gottesvolkes das frühere Bild des Leibes Christi sehr zurückgedrängt. Durch den Protestantismus bekam das Wort Pilgerreise eine zusätzliche Sinnaufladung, nämlich die, daß das ganze Leben eine Annäherung zu Gott sei. Eine irdische Wallfahrt des Christen nach der himmlischen Heimat.
Joan Evans beschreibt in seinem Buch “Blüte des Mittelalters” (S. 38; Droemer-Knaur Verlag, München, Zürich, 1966) das Phänomen, das die Wallfahrt neben dem Kirchenbau ein beliebtes Mittel war, sich einen Platz im Himmel zu sichern. Die geistlichen Schätze des mittelalterlichen Abendlandes waren unerschöpflich. Jede Kirche hatte ihre Reliquien. Die meisten großen Kirchen besaßen ein Reliquiar mit den Gebeinen eines Lokalheiligen, der Pilger aus dem ganzen Land anzog. Auf S. 29 schreibt ferner: Die Pilgerfahrt konnte ein Akt der Buße sein, ein Beweis der Frömmigkeit, für manche aber auch eine Art Ferienreise. Reich und arm traten sie an – die Welt des Abtes Suger und die des heiligen Franziskus trafen zusammen. Der Pilger verzichtete auf jeden weltlichen Luxus. Die heiligen Stätten aber, an denen er vorbeikam, erstrahlten in der Pracht kostbaarer Reliquiare und herrlicher Kunstwerke. Im Kreuzgang von Santo Domingo de Silos, an der Pilgerstraße nach Compostella gelegen, ist Christus im Pilgergewand, mit Pilgertasche und Muschel, dem Symbol der Compostella Wallfahrt dargestellt (vgl. untere Abbildung).

Bildquelle: Uni Bonn
Desweiteren beschrieb Evans (S.39): “Der Lohn einer Pilgerfahrt war nicht ausschließlich geistlicher Art. Mittelalterliche Schriftsteller und Dichter (vor allem Geoffrey Chaucer) lassen durchblicken, daß die Pilger auch auf einiges Vergügen hofften. Ähnliches berichtet Harpe Kerkeling in seinem Buch “Ich bin dann mal weg – Meine Reise auf dem Jakobsweg” (Piper Verlag, München, 2006) indem er den Pilgerweg mit einem Heiratsmarkt vergleicht auf dem Jungesellinnen aus Südamerika auf Männerfang gehen.
Egal, welche Idee man verfolgt, die Pilgerreise bleibt immer der Weg zu einem Ziel, dass nicht unbedingt ein geografisch fix sein muß. Oftmals reicht es aus, wenn der Weg dem Ziel entspricht (»Der Weg ist das Ziel.«).
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Januar 23rd, 2007 by Felix Hardmood Beck

Bild-Quelle: Wikipedia
Bis zum Jahr 711 besiedelten die Westgoten die iberische Halbinsel (Einwanderung aus Aquitanien) und wurden bei der Schlacht bei Guadalete von maurischen Kämpfern besiegt. Nachfolgende, ständige Bürgerkriege schwächten das Westgotenreich und innerhalb eines 8 jährigen Feldzuges geriet Spanien unter die Statthalterschaft des Kalifen von Damaskus. Die islamischen Kämpfer (Mauren = spanische Muslime) konnten in den folgenden Jahren die Iberische Halbinsel fast zur Gänze erobern und bis Südfrankreich vordringen (vgl: Wikipedia/islamische-Expansion).
Beim Versuch einer Pyrenäenüberquerung wurden sie in der Schlacht von Tours und Poitiers 732 zurückgeschlagen, konnten aber trotzdem noch bis ins 10. Jahrhundert in Südfrankreich operieren. Nur im äußersten Norden und an einigen christlichen Randgebieten des heutigen Spaniens hielten sich auch weiterhin gotische Truppen – dort blieben gotische Traditionen (Wikipedia Link: Gotische Religion) ähnlich dem Sufismus (islamische Mystik) im Islam dementsprechend noch länger bestehen und beeinflußten maßgeblich die dortige Kultur und vermischten sich im Laufe der Jahrhunderte mit denen der Christen. Eine kulturelle Identität und die traditionelle Stammesgesellschaft wurde bis ins Hochmittelalter von den Basken erhalten, wo sie nur unvollständig in eine Feudalstruktur überging. In der postfeudalen Übergangszeit festigten die Basken ihre mittelalterlichen Gewohnheitsrechte. Städte und Städtebrüderschaften waren nur dem König Untertan.
Die Periode der islamischen Eroberung ist zumindest am Anfang bekannt für gegenseitige Toleranz und Akzeptanz, die Christen, Juden und Muslime einander entgegenbrachten. In den von den Arabern besetzen Gebieten verhielten sich diese der Religion gegenüber wiefolgt: solange es nicht „Heiden“ betraf, konnten Anhänger der Buchreligionen – also insbesondere Christen, Juden und Zoroastrier ihren Glauben behalten, mussten aber eine spezielle Kopfsteuer (Jizya) entrichten. Die Religion durfte jedoch nicht in der Öffentlichkeit ausgeübt werden. Es durften keine Waffen getragen werden und wurde auch nicht zum Wehrdienst einberufen (Anmerkung: Was in den Bürgerkriegsjahren vielleicht auch nicht unbedingt von Nachteil sein mußte). Dieser Status wird als Dhimma bezeichnet. Erst später kam es zu größeren Ausschreitungen von Seiten der Moslems (Quelle: Wikipedia). Ob dies die Reaktionen auf die Kreuzzüge waren kann ich nicht beurteilen, legen es aber nahe (?).
Der Sieg Pelayos in der Schlacht von Covadonga über die Muslime 722 n. Chr. führte zur Begründung des Königreiches von Asturien, das unter Alfons III. (866-910) seine Grenzen erheblich erweitern kann ( Quelle: Paschke, Uwe K. (Herausg.), 30000 Jahre Weltgeschichte, Band 1, Baden-Baden/S.247 f. ). Ausgehend vom in der obigen Karte eingezeichneten Gebiet begann die Reconquista, die „Rückeroberung“. Eine (bisher kaum christliche) Wiedereroberung wird systematisch von den Königreichen Asturien-León, Navarra, Aragon, Katalonien und Kastilien vorangetrieben. Einen religiösen Hintergrund bekommt die Rückeroberung erst im 12.Jahrhundert durch die Kreuzzüge (vgl. Blogeintrag vom 15.01.07). Bis ins 12.Jahrhundert folgen erbitterte Kämpfe und Gebietsansprüche bei denen die Städte Toledo (1085-durch Alfons I (1072-1109)), Zaragoza (1118), Córdoba (1236), Murcia (1241-durch Jakob I, den Eroberer (1213-1276)), Sevilla (1248). Ein kleiner muslimischer Reststaat hält sich für weitere zwei Jahrhunderte in Granada. Erst 1492 mit der Kapitulation von Muhammad XII., dem Sultan von Granada, fand die Reconquista und das andalusische Kalifat ihr Ende und bedeutete aus heutiger Sicht eine gleichzeitige starke Schwächung der jüdischen und arabischen Minderheiten der Morriscos (=christlich gewordene Mauren) und der Mudejars (=Muslime unter christlicher Herrschaft).
Heute leben unter den 40 Millionen Einwohnern Spaniens gerade noch 120.000 Muslime (0,3 Prozent) -> vgl. Wikipedia: Spaniens Bevölkerung.
Quellenangaben:
Hierzenberger, Gottfried, Der Islam, Marix-Verlag, Wiesbaden, 2006
pantheon.org – Internet Enzyklopädie zur Mythologie, Folklore und Religion
Paschke, Uwe K. (Herausg.), 30000 Jahre Weltgeschichte, Band 1, Baden-Baden/S.247 f.
Wikipedia
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