Beschreibung
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Praktischer Teil (Hauptprojekt)
Die Pilgerreise ist traditionell die Reise zu einer heiligen Stätte. In vielen Kulturen und Religionen erfüllt sie den Zweck der Suche nach dem Heil (körperlich und/oder seelisch) aber auch die Sehnsucht und Neugier auf Einfachheit, Abenteuer und Improvisation – ein soziales Ereignis, das zu Begegnungen und Austausch, letztendlich aber immer zu einem Ziel führt. Dieses Ziel kann, neben dem Erreichen eines geografischen Zieles natürlich auch das Erreichen höherer Werte, wie etwa der Erleuchtung, oder auch die Ankunft in einer neuen Lebensetappe beschreiben. In diesem Sinne bildet die Diplombearbeitung (m)eine eigene Pilgerreise mit Höhen und Tiefen und dem letztendlichen Ziel des “Ankommens”.
Pilgrimage (Eine Langfassung ist als PDF unter folgendem Link zum Download: http://www.felix-beck.de/diplom/blog/pdf/070412_diplomkonzept.pdf)
Es soll ein Pilgerstab entwickelt werden, der verschiedene Referenzen zu den Themenbereichen Pilgerreise und Navigation aus Vergangenheit und Gegenwart aufweist. Dabei werden die zentralen Aspekte und Werte der Pilgerreise in dieses Objekt übersetzt und auf heutige Verhältnisse angepasst. Durch die Benutzung kann ein neues Verständnis zur historischen Identität des Pilgerns erfahren werden. Der Stab als Objekt bleibt dabei für alle Weltreligionen vertretbar und ist nicht christlich sinnbehaftet. Ein dazu passendes Zitat von Konfuzius würde lauten: “Der Mensch ist ein Wesen, das zuerst auf vier, dann auf zwei und zuletzt auf drei Beinen läuft.” So besitzt der Stab als Objekt eine Allgemeingültigkeit und gewisse Neutralität, sodaß die Metaphorik des Projektes auf andere Kulturen adaptiert werden könnte.
Bei der Entwicklung des Pilgerstabes geht es um die metaphorische Übersetzung zweier Hauptpilgergründe: Erstens, der religiöse Antriebsgrund als Motivation – dabei soll der mittelalterliche Ausruf “Ultreia et suseia!” (Weiter und darüber hinaus!) wörtlich genommen werden. Zweitens, um den Akt des Laufens auf neuen (!), vorher nicht betretenen Wegen. Das Wort Pilger stammt vom lateinischen “peregrinus” und bedeutet “ausländisch, fremd”. Das Gehen nimmt beim Pilgern den wichtigsten Punkt ein. Durch weite Strecken gerät der Pilger in einen eigenen Laufrhythmus und über diesen in einen meditativen Zustand, der Selbstreflexionen zuläßt. Somit wurde – damals wie heute – der Weg selbst zum eigentlich wichtigen Punkt: Der Weg war das Ziel!
Der Stab soll dem Stadtbewohner die Möglichkeit geben in einer schnelllebigen Zeit, Raum – im Sinne des Stadtraumes und der Stadtumgebung – bewusster wahrzunehmen. Dabei ist er ein Instrument, dass benutzt werden kann immer neue Wege zu betreten und sich dem Faktor des Unbekannten zu stellen. Ein integrierter Microchip zeichnet jede gegangene Wegstrecke auf, sodass man niemals über gleiche (also demnach bereits bekannte) Wege geleitet wird. Eine in Griffhöhe eingelassene Technik verweist durch leichte Vibration auf eine zu gehende Richtung. Die Perzeption der Vibration geschieht nebenbei und die zu gehende Richtung wird scheinbar intuitiv gewählt. Der Zielort bleibt dabei unbekannt und von weniger großer Bedeutung als der Weg an sich.
1. Theoriethema
Die Rolle des Jakobsweges als Kommunikationsmedium und der Vergleich zu Netzwerken wie dem Internet.
2. Theoriethema
Ein Vergleich der reformatorischen Sicht der Pilgerreise (Vita est peregrinatio = Das ganze Leben ist eine Pilgerreise) und der heutigen Lebenseinstellung der “ewigen Weiterbildung”.
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